„Problemzonen“ annehmen für mehr Selbstliebe, #overthinking

I let my hair down on Thursday
And I don’t care who’s watching me
I’m gonna look in the mirror
And I’m gonna love what I see.
So tired of feeling afraid of what they might think, what they’ll say
So tired of all my own doubts and getting in my own way…

Song:  Thursday von Jess Glynne feat. H.E.R.

Stell dir einmal folgendes Szenario vor: Du bist gerade aufgestanden, bist noch ungeschminkt, deine Haare fallen ganz natürlich und noch etwas zerzaust auf deine Schultern und du schaust in den Spiegel. Und alles – wirklich alles, was du siehst, gefällt dir. So, wie es jetzt gerade ist.

Das ist unmöglich?!

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Meistens läuft das Ganze wohl eher so ab: Du guckst im Vorbeigehen noch kurz in den Spiegel, bevor du zur Arbeit gehst oder dich auf den Weg zu einer Freundin machst. Aber aus dem Augenwinkel fällt dir sofort auf, dass der eine Pickel, den du gestern entdeckt hast, noch viel größer geworden ist. Außerdem wirkt deine Nase von der Seite aus etwas krumm. Und sobald du einmal den kritischen Blick hast, beginnst du, immer mehr Makel und Problemzonen an dir festzustellen. Sie sind wie ein rotes Alarmschild, immer sichtbar – zumindest aus deiner Perspektive.

„Problemzone“. Was bedeutet das überhaupt? Gibt es sie überhaupt oder existiert sie bloß in unserer Vorstellung? – Wer entscheidet, ab wann Körpermaße und Eigenschaften wie die Nasenform oder die Wimpernlänge zum Problem werden? Es ist vor allem die Gesellschaft. Doch eins ist klar: WIR sind alle Teil dieser Gesellschaft. Wir alle tragen etwas dazu bei.

Wenn ich mal meine frühe Kindheit und Jugend bis jetzt revue passieren lasse, wird mir klar, wie stark ich mich selbst immer von äußeren Idealen habe beeinflussen lassen. Ich habe in meinem Kopf die vermeintlichen Meinungen meines Umfelds gebaut. Aber ich habe mich dabei ertappt und das ist bereits einige Jahre her. Ich wollte das nicht mehr. Ich wollte mich nicht mehr verstecken und Dinge an mir hassen, die ich erstens nicht beeinflussen kann und die zweitens unverwechselbar zu mir gehören und eigentlich etwas Schönes sind. Meine größte Hassliebe-Projektionsfläche waren immer meine Haare. Wer mich persönlich kennt oder mir auf Instagram folgt, weiß: Ich habe einen Migrationshintergrund und bin mit Afro Haaren beschenkt – oder eben bestraft – worden. Diese winzig kleine Korkenzieher-Locken, die meistens alles andere als leicht zu bändigen sind.

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Ich habe in den letzten Jahren, in denen ich mich ja immer wieder intensiv mit Selbstliebe auseinander gesetzt habe, viele Tipps und Inspirationen gesammelt. Einer davon lautete: Schreib dir selbst bzw. den Dingen an dir, die du eigentlich nicht magst, einen Liebesbrief. Vor kurzem habe ich mich überwunden und genau das getan.

Hier teile ich einen Ausschnitt aus meinem Liebesbrief an meine Haare mit euch:

 

Liebe Locken,

ich trage euch schon mein ganzes Leben mir mir herum. Von Anfang an entwickelte sich zwischen euch und mir eine Hassliebe – weil ich merkte, dass ihr für mich großen Aufwand und Anderssein bedeutet. Beides gefiel mir nicht besonders, denn ich fiel noch nie gerne auf. Ich wollte normal sein – was auch immer das ist. Ihr habt in mir so viele Jahre lang körperlichen, aber vor allem mentalen schmerz ausgelöst. Doch heute weiß ich: Das war nie das, was ihr wolltet. Ihr seid ein Teil von mir und gehört genauso zu mir wie meine Augen und meine Hände. Ihr passt perfekt zu mir. Außerdem seid ihr wunderbar weich und habt eine faszinierende Struktur. Ich bin so dankbar für alle Erfahrungen, die ich mit und durch euch hatte – gute wie schlecht. Ich muss euch etwas gestehen: Ich liebe euch. Ihr erst macht mich vollständig, denn ohne euch wäre ich nicht wirklich ich. In Zukunft will ich mich noch besser um euch kümmern, euch gut pflegen und vor allem nicht mehr verstecken. Denn ihr seid es wert gesehen zu werden.

Anfangs war es ein merkwürdiges Gefühl meinen Haaren einen Liebesbrief zu schreiben, besonders, weil ich noch nicht an dem Punkt bin, an dem ich sie voll und ganz lieben gelernt habe. Doch nach und nach wurde es immer leichter und war viel mehr ein befreiendes Gefühl. Probiert es doch ruhig auch mal aus!

Welche Teile eures Körpers seht ihr als Problemzone an? Und wie geht ihr damit um – versteckt ihr sie, wollt ihr sie mit allen Mitteln verändern? Mich würde sehr interessieren, wie es euch damit geht, um mich mit euch auszutauschen. Schreibt mir gerne in den Kommentaren oder auch privat über das Kontaktformular:

Bis nächste Woche – schaut gerne wieder vorbei! 🙂

eure Leo. ❤

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